Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des Bayerischen
Kunstgewerbe-Vereins (BKV) veranstalten der BKV und das Zentralinstitut
für Kunstgeschichte in München (ZI) ein zweitägiges Symposium. Die
wissenschaftliche Tagung setzt sich zum Ziel, die Programme der
wichtigsten Reformbewegungen im Kunstgewerbe in den vergangenen 150
Jahren näher zu beleuchten und die Bedeutung herauszuarbeiten, die dem
Bayerischen Kunstgewerbe-Verein dabei zufiel. International renommierte
Wissenschaftler aus Universitäten und Museen erläutern anhand von
Fallbeispielen exemplarisch die Entwicklung der angewandten Kunst. Mit
der ersten Weltausstellung im Londoner Kristallpalast 1851 trat das
Kunstgewerbe seinen Siegeszug um die Welt an. Ideale der Lebensreform,
Gesellschaftsutopie und Stilwandel der Jahrhundertwende machten sich
zuerst im Kunstgewerbe bemerkbar, bevor sie die Architektur und Kunst
beeinflussten und die gesamte Umwelt der Menschen nachhaltig bestimmten.
Das Kunstgewerbe erwies sich als die Kunst, der das Große im Kleinen
gelang. So wird am Beginn der Tagung die nicht zu unterschätzende
identitätsstiftende Rolle im 19.Jahrhundert unter dem Thema
"Kunstgewerbe als Schule der Nation" hinterfragt. Im
20.Jahrhundert entwickelte sich das Kunstgewerbe mehr denn je im
Spannungsfeld zwischen industrieller Produktion und freier Kunst. Die
Referate des zweiten Tagungsteils widmen sich folglich den Diskussionen
um das Bauhaus-Design der zwanziger und die "Gute Form" der
fünfziger Jahre. Daran anknüpfend analysieren die drei letzten
Beiträge die Wechselwirkungen zwischen dem aktuellen Kunsthandwerk und
seinen Nachbardisziplinen. In der Abschlussdiskussion soll der Versuch
unternommen werden, einen Blick in die Zukunft zu werfen und Tendenzen
von morgen zu prognostizieren
Programm
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Freitag 21.09.2001 |
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9.00 Uhr |
Positionen des Gestaltens seit 1850 |
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| Begrüßung: |
Ursula von Haeften
Bayerischer Kunstgewerbe- Verein, München |
| Grußwort: |
Dr. Herbert Rueth
Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für
Wirtschaft, Verkehr und Technologie Vorsitzender der
Danner-Stiftung, München |
| Einführung: |
Prof. Dr. Wolf Tegethoff
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München |
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Das 19.Jahrhundert:
Kunstgewerbe als Leitkultur |
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| Das englische Vorbild: Bilanz der
Weltausstellung 1851 |
Dr. Michaela Braesel
Ludwig-Maximilians-Universität, München |
| Das Wirken des Bayerischen
Kunstgewerbe-Vereins vor Hintergrund kunstgewerblicher
Reformbewegungen im 19.Jahrhundert |
Dr. Clementine Schack von Wittenau
Kunstsammlungen der Veste, Coburg |
| Historisches Kunsthandwerk zwischen „Lebendiger
Anschauung“ und „Musealisierung“ - die wechselvollen
Geschicke der Mustersammlung des Bayerischen Gewerbemuseums in
Nürnberg (Gewerbemuseum der Landesgewerbeanstalt im Germanischen
Nationalmuseum) |
Dr. Thomas Eser
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg |
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Mittagspause von 13.00 bis 14.00 Uhr |
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| 14.00 Uhr |
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| Das Kunstgewerbe in der Theorie
Gottfried Sempers/ Begriff der Kunstindustrie |
Prof. Dr. Wolf Tegethoff
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München |
| Georg Hirth und der Münchner Beitrag
zum künstlerischen Wohninterieur |
Prof. Dr. Stefan Muthesius
University of East Anglia, Norwich |
| Triumph der dekorativen Künste: Die
Reformbewegung der Jahrhundertwende |
Dr. Renate Ulmer
Museum Mathildenhöhe, Darmstadt |
| 17.30 bis 20.00 Uhr |
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Führung durch den Neubau Pinakothek
der Moderne
(Schwerpunkt auf den zukünftigen Ausstellungsflächen der Neuen
Sammlung mit Exponaten der angewandten Kunst und des Designs) |
Prof. Dr. Florian Hufnagl
Die Neue Sammlung, München |
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Samstag 22.09.2001 |
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| 9.00 Uhr |
Das 20.Jahrhundert: Kunsthandwerk
zwischen Industrial Design und Freier Kunst |
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| Visionen und Konflikte: Bauhaus-Design
und Kunsthandwerk |
Prof. Dr. Magdalena Droste
Brandenburgische Technische Universität Cottbus |
| Kunsthandwerk im Deutschland der 30er
Jahre |
Dr. Georg Himmelheber ehem.
Bayerisches Nationalmuseum, München |
| Nach 1945: „Die gute Form“ und das
Kunsthandwerk |
Prof. Dr. Barbara Mundt ehem.
Kunstgewerbemuseum, Berlin |
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| Mittagspause von 13.00 bis 14.00 Uhr |
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| 14.00 Uhr |
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| Kunsthandwerk und Design: Vom Unikat
zur Serie |
Dr. Hans Hoeger
Università Bocconi, Mailand |
| Das Kunsthandwerk und die Freie Kunst |
Dr. Rüdiger Joppien
Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg |
| Die Freie Kunst und das Kunsthandwerk |
Dr. Marion Ackermann
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München |
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Abschlussdiskussion
Ende: 19.30 Uhr |
mit namhaften Praktikern und
Theoretikern. Leitung: Christoph Wiedemann, Süddeutsche Zeitung,
München |