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Aufgabe und GeschichteDas Zentralinstitut für Kunstgeschichte ist das einzige außeruniversitäre kunsthistorische Forschungsinstitut in der Bundesrepublik Deutschland. Es ist Mitglied der International Association of Research Institutes in the History of Art (RIHA), wie auch die deutschen kunsthistorischen Forschungsinstitute in Italien (Bibliotheca Hertziana, MPI für Kunstgeschichte, Rom, Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI) und Frankreich (Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Paris). Das Institut kooperiert, als außeruniversitäres Forschungsinstitut, mit dem Internationalen Netzwerk für Kunstgeschichte und mit dem Elite-Masterstudiengang "AISTHESIS. Historische Kunst- und Bilddiskurse". Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) versteht sich als Ort der Forschung und des internationalen wissenschaftlichen Austausches. Es veranstaltet Vorträge und Tagungen und gibt verschiedene Publikationen heraus, u.a. das Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte und die monatlich erscheinende Kunstchronik. Es ist Mitherausgeber des Münchner Jahrbuchs der Bildenden Kunst. Mit den reichen Beständen seiner Bibliothek und seiner Photothek bietet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte herausragende Möglichkeiten kunsthistorischer Forschung. Nachdem das Zentralinstitut zunächst als selbständige Forschungseinrichtung gemeinsam von Bund und Ländern getragen worden war, steht es seit 1979 in alleiniger Trägerschaft des Freistaats Bayern und ist dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst nachgeordnet. Es wird durch ein international besetztes Kuratorium beraten. Das im November 1946 gegründete Zentralinstitut für Kunstgeschichte nahm am 1. März 1947 seine Tätigkeit auf. Es hat seither seinen Sitz in München, im ehemaligen "Verwaltungsbau der NSDAP". In dem Gebäude am Königsplatz war im Juni 1945 von der amerikanischen Militärregierung der "Central Art Collecting Point" eingerichtet worden. In dieser Einrichtung waren amerikanische und deutsche Kunsthistoriker mit der Sichtung und Rückführung derjenigen Kunstwerke befasst, die von den Nationalsozialisten konfisziert oder unter fragwürdigen Umständen erworben worden waren. Die wissenschaftliche Kooperation gestaltete sich so vielversprechend, dass schon im Frühjahr 1946 von dem damaligen Direktor des Central Collecting Point, Craig Hugh Smyth, angeregt wurde, hier eine international ausgerichtete kunsthistorische Forschungsstätte zu gründen. Dieses "Central Art Institute" sollte in einem internationalen Rahmen den Wiederaufbau der deutschen Kunstgeschichte fördern und die Wiederbelebung der seit 1933 abgerissenen internationalen Kontakte ermöglichen. Gründungsdirektor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, das zunächst von Wolfgang Lotz kommissarisch geleitet wurde, war Ludwig Heinrich Heydenreich (1903-1978); als Leiter der Bibliothek kam im Mai 1948 Otto Lehmann-Brockhaus hinzu. 1970 übernahm Willibald Sauerländer die Leitung des Instituts, die er bis 1989 ausübte. Seit 1991 ist Wolf Tegethoff, der bereits von 1989 an die Geschäftsführung innehatte, Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte. Der Forschungsauftrag des Zentralinstituts umfasst gemäß seiner Satzung die "Geschichte der europäischen Kunst und ihrer Ausstrahlungen" von der frühchristlichen Zeit bis in die Gegenwart. Dieses große Gebiet bildet den Rahmen für ein breites Spektrum von Forschungs- und Arbeitsprojekten, die am ZI durchgeführt und betreut werden. Das Zentralinstitut veranstaltet regelmäßig wissenschaftliche "Mittwochsvorträge" sowie Fachtagungen. Zahlreichen Kunsthistorikern aus aller Welt bietet das Institut einen Arbeitsplatz. Neben Gastwissenschaftlern nimmt das Zentralinstitut eine größere Anzahl von jüngeren Stipendiaten aus dem In- und Ausland auf. Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen unterhalten die sogenannten Länderstipendien. Auch die Samuel H. Kress Foundation, New York, entsendet regelmäßig Stipendiaten an das Zentralinstitut. Der Verein der Freunde des Zentralinstituts e.V. CONIVNCTA FLORESCIT prämiert mit drei hoch dotierten Preisen herausragende Forschungsleistungen auf den Gebieten der Graphischen Künste, der Angewandten Kunst und der Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Attraktivität des Zentralinstituts für Stipendiaten und auswärtige
Gastwissenschaftler verdankt sich vor allem auch den herausragenden
Beständen seiner Bibliothek, deren Freihandsystem zügiges und
effizientes Arbeiten erlaubt und deren Bücherbestand von derzeit circa
465.000 Bänden und circa 1.250 laufenden Zeitschriften nahezu
vollständig im OPAC (EDV-Katalog) recherchierbar ist. Katalogisierung
und Sacherschließung erfolgen im Verbund mit der Bibliotheca Hertziana,
Rom, und dem Kunsthistorischen Institut in Florenz. Der Sammelbereich der
Bibliothek entspricht dem Forschungsauftrag des Zentralinstituts und
betrifft somit die gesamte europäische Kunstgeschichte von der
frühchristlichen Zeit bis zur Gegenwart unter Miteinbeziehung ihrer
außereuropäischen Einflussbereiche. Von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) werden verschiedene Sammelschwerpunkte
gefördert - wie etwa die Länderschwerpunkte
Frankreich und Osteuropa - sowie die Virtuelle Fachbibliothek
arthistoricum.net. Für RIHA (die International Association of Research Institutes in the History of Art) baut das ZI gegenwärtig die Online-Zeitschrift RIHA Journal auf. Ab März 2010 werden unter der Domain www.riha-journal.org Forschungsbeiträge zu international bedeutsamen Fragen der Kunstgeschichte erscheinen. Das Projekt wird durch den Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) der Bundesrepublik Deutschland gefördert. Das ZI verpflichtet sich in seiner Arbeit zur Einhaltung von Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Literatur zum Central Art Collecting Point und zur Geschichte des Zentralinstituts für Kunstgeschichte
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