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Das Gebäude: Der ehemalige "Verwaltungsbau der NSDAP"

Außenansicht des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 
 Foto: Margrit Behrens, Mai 2005 Die Entstehung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte ist mit der Geschichte seines Gebäudes eng verknüpft. Die Übernahme der NSDAP-Parteibauten durch die amerikanische Militärregierung im Mai 1945 und die Unterbringung des Central Art Collecting Point im ehemaligen "Verwaltungsbau der NSDAP" schufen die räumlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, welche die Gründung des Zentralinstituts ermöglichten. Diese spezifischen Voraussetzungen erklären, wieso das Zentralinstitut für Kunstgeschichte seit seiner Gründung 1946 seinen Sitz in einem ehemaligen NS-Parteigebäude hat (vgl. auch die Seite Aufgabe und Geschichte).

Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz in München, der "Hauptstadt der Bewegung", war das erste große Bauprojekt der Nationalsozialisten in Deutschland. 1930 erwarb die NSDAP das Palais Barlow an der Brienner Straße, das zum repräsentativen Geschäftssitz der Parteileitung umgebaut wurde und unter der Bezeichnung "Braunes Haus" zum Kern des Parteiviertels werden sollte. Bereits Ende 1931 beauftragte Hitler den Architekten Paul Ludwig Troost (1878-1934) mit erweiternden Planungen, die in nochmals gesteigerten Dimensionen seit Sommer 1933 ausgeführt wurden. Nach Troosts Tod wurden die Arbeiten von seiner Witwe Gerdy, einer Innenarchitektin, und dem Leiter des Atelier Troost, dem Architekten Leonhard Gall, fortgesetzt. Mit dem "Führerbau" (1933-1937), dem "Verwaltungsbau" (1934-1937) sowie den "Ehrentempeln" (1934-1935) entstand ein symmetrisches Ensemble, das zusammen mit dem 1935 zum Aufmarschplatz umgestalteten Königsplatz ein architektonisches Forum bildete. Die Monumentalbauten dienten der Repräsentation und der Verwaltung der NSDAP. Die "Ehrentempel" waren Monumente zum Gedächtnis an die beim Marsch auf die Feldherrnhalle am 9. November 1923 von der Polizei erschossenen Hitler-Anhänger, die hier als sogenannte "Märtyrer der Bewegung" kultische Ehrung erfuhren. Die Dienststellen der Reichsleitung der NSDAP belegten in der Maxvorstadt zuletzt insgesamt rund fünfzig Gebäude.

Bei Kriegsende war das "Braune Haus" weitgehend zerstört und wurde abgetragen. Teile der "Ehrentempel" wurden 1947 gesprengt. Mit den anderen NSDAP-Bauten beschlagnahmte die amerikanische Militärregierung auch die beiden weitgehend unversehrt erhaltenen Monumentalbauten und stellte damit die Weichen für die seit Kriegsende kontinuierliche kulturelle Nutzung der ehemaligen NS-Bauten. Von Ende Mai 1945 an war hier der Central Art Collecting Point untergebracht, aus dem 1946 das Zentralinstitut für Kunstgeschichte hervorging. Architektur und Ausstattung stehen heute unter Denkmalschutz.

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Führungen

Zur Geschichte des ehemaligen NSDAP Parteizentrums und seiner Bauten finden in unregelmäßigen Abständen Führungen statt. Gruppenführungen können vereinbart werden.

Die nächste Führung finden statt am:
Donnerstag, 14. Juni, 18.00 Uhr

Teilnahme nur nach Anmeldung bei:
Dr. Ulrike Grammbitter
Tel.: 089/289-27584
E-Mail u.grammbitter@zikg.eu
    oder
Dr. Iris Lauterbach
Tel.: 089/289-27562
E-Mail: i.lauterbach@zikg.eu
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Literatur

  • Bürokratie und Kult : das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz in München / hrsg. von Iris Lauterbach, Julian Rosefeldt, Piero Steinle
    München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 1995. - 368 S.
    ISBN 3-422-06164-9
    [Inhalt]

  • Das Parteizentrum der NSDAP in München / hrsg. vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte / hrsg. von Ulrike Grammbitter, Iris Lauterbach
    München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 2009. - 96 S.
    ISBN 978-3-422-02153-2
    [Inhalt ]

  • Bauen im Nationalsozialismus : Bayern 1933-1945 ; (Ausstellung im Münchner Stadtmuseum, 24.9.1993-9.1.1994) / Münchner Stadtmuseum. Winfried Nerdinger [Hrsg.]
    München : Architekturmuseum der TU, 1993. - 584 S.

  • München, "Hauptstadt der Bewegung" : Münchner Stadtmuseum ; Ausstellung ... 22.10.1993 - 27.3.1994 / Red.: Ulrike Haerendel, Bernadette Ott
    München, 1993. - 487 S.

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Letzte Änderung: 29.03.2012