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Forschungsreferat und Stipendiatenbetreuung - Stipendiaten


Daniela Wagner, M.A.

Vita

2003-2009 Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Italienischen Literatur an der Universität Hamburg. 2010 Beginn der Promotion und Hospitantin in der Sammlung Fotografie / Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg. 2010/11 wissenschaftliche Beraterin für GeoEpoche Edition.


Promotionsprojekt

Aussicht auf das Ende der Welt. Die Fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht

Bei den Fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht handelt es sich ursprünglich um einen kurzen lateinischen Text, in dem von fünfzehn Vorzeichen berichtet wird, die sich an fünfzehn Tagen ereignen und das Jüngste Gericht ankündigen. Die älteste bekannte Überlieferung wird auf bald nach 800 datiert. Erst rund 550 Jahre später entstehen dann die beiden frühesten bekannten bildlichen Darstellungen der fünfzehn Vorzeichen, es sind Illustrationen in Handschriften. In den nächsten 200 Jahren sind die Vorzeichen recht populär, nun entstehen die meisten der etwa 40 bekannten Bildserien als Buchillustrationen, als Glas-, Wand- und Tafelmalereien, denen fast immer mehr oder weniger ausführliche Texte zur Seite gestellt sind. In der Mitte des 16. Jahrhunderts ist das Interesse jedoch schon wieder vorbei - die Fünfzehn Zeichen werden kaum noch neu illustriert. Diese stark anschwellende und bald wieder abflauende Beliebtheit lässt sich sicher auf die Mentalität jener Jahre zurückführen, so zeigt sich die Furcht vor einem baldigen Ende der Welt auch in den zahlreichen prophetischen Flugschriften, die in diesen Jahren gedruckt werden.

Die Fünfzehn Zeichen entstammen nicht der Bibel und sind nur durch sich selbst verifizierbar - die ursprüngliche Quelle ist nicht bekannt. Sie sind nur in einzelnen Punkten an biblische oder apokryphe Verkündigungen angelehnt und ähneln in ihren Erscheinungen zuweilen Naturkatastrophen, zuweilen den Verheerungen der Apokalypse. Eben aufgrund dieser Ähnlichkeiten war es wohl notwendig, dass eine spezifische Form der Darstellung entwickelt wurde, die keine Verwechslung mit den Ereignissen der Johannes-Offenbarung zulässt. Die Zeichen erscheinen immer zusammen, als ein sich aus fünfzehn einzelnen Bildern zusammensetzendes Motiv.

Welchen Anspruch aber hatte eben jenes Motiv? Handelt es sich um eine Fiktion, die auf eine unterhaltsame Art gemahnen soll und somit eher als eine Repräsentation des Weltendes zu sehen ist? Oder sollen die Fünfzehn Zeichen als ein Verweis auf das wirkliche, das durch den Glauben Realität gewordene biblische Ende sein? Besteht also, in letzterem Fall, der Anspruch des Motivs darin, darauf hinzuweisen, dass sich tatsächlich eben diese Zeichen ereignen werden, bevor das Weltende nach Johannes seinen unaufhaltbaren Lauf nimmt? Diesen Fragen soll im Promotionsprojekt mit ikonografischen, gattungspoetologischen und Text-Bild-wissenschaftlichen Untersuchungen nachgegangen werden.


Publikationen

Diane Arbus, in: Ausst.-Kat. Portraits in Serie. Fotografien eines Jahrhunderts, hg. von Gabriele Betancourt Nuñez, Bielefeld 2011, S. 44-45.

Patrick Faigenbaum, in: Ausst.-Kat. Portraits in Serie. Fotografien eines Jahrhunderts, hg. von Gabriele Betancourt Nuñez, Bielefeld 2011, S. 132-133.

Judith Joy Ross, in: Ausst.-Kat. Portraits in Serie. Fotografien eines Jahrhunderts, hg. von Gabriele Betancourt Nuñez, Bielefeld 2011, S. 162-163.

Lee Friedlander, in: Ausst.-Kat. Portraits in Serie. Fotografien eines Jahrhunderts, hg. von Gabriele Betancourt Nuñez, Bielefeld 2011, S. 170-171.


 

Kontakt über Dr. Iris Lauterbach

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Letzte Änderung: 22.12.2011