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Forschungsreferat und Stipendiatenbetreuung - Stipendiaten Tamara Tolnai, M.A.Vita2003-2008 Studium der Kunstgeschichte, Lateinischen Philologie und Neueren Deutschen Literaturgeschichte an den Universitäten Eichstätt und Freiburg i. Br. Magisterarbeit zur Kunstpatronage der Familie Roverella in S. Giorgio fuori le Mura, Ferrara. Forschungsprojekt (Dissertation)Die Kunstpatronage der Familie Roverella Die Familie Roverella aus Ferrara brachte in der zweiten Hälfte des
Quattrocento bedeutende Förderer der Künste hervor: Drei Brüder,
allesamt hohe kirchliche Würdenträger, beschäftigten Künstler wie den
Maler Cosmè Tura, den Architekten Biagio Rossetti und den Bildhauer
Antonio Rossellino: Cosmè Turas Flügel der ferraresischen Kathedralorgel (1469) gehören ebenso zu Aufträgen der Roverella wie sein sogenannter Roverella-Altar in San Giorgio, Ferrara. Nach dem Tod Lorenzo Roverellas hatten die hinterbliebenen Brüder begonnen, San Giorgio umzugestalten. Als Stiftungen entstanden zunächst der Roverella-Altar und das von den Bildhauern Antonio Rossellino und Ambrogio da Milano geschaffene Grabmal Lorenzos im Chor der Klosterkirche. Anschließend wurden ein Altarbild und ein steinernes Antependium für die beiden neben dem Chor gelegenen Seitenkapellen in Auftrag gegeben. Gleichzeitig förderten die Brüder die Erneuerung des Konvents und die Errichtung des Campanile. Die Baumaßnahmen werden dem Architekten Biagio Rossetti zugeschrieben. Von ihm stammt auch der Entwurf für den Familienpalast in Rovigo, dem Ursprungsort der Familie, den Bartolomeo Roverella ab 1474 errichten ließ. Im selben Jahr veranlasste Bartolomeo die Umwandlung des Klosters San Bartolomeo in Rovigo, das ihm als Kommende unterstellt war, in ein Olivetanerkonvent. Wieder wurde der Architekt Rossetti beauftragt. In Rom richtete sich Bartolomeo Roverellas Kunstpatronage hauptsächlich auf seine Titelkirche San Clemente. Er gab Erneuerungen im mittelalterlichen Konventsgebäude in Auftrag und ließ im Presbyterium der Kirche eine Johannes dem Täufer geweihte Kapelle errichten. Die Kunstaufträge der Roverella wurden bisher keiner zusammenfassenden und vergleichenden Untersuchung unterzogen. Die Analyse einzelner Werke hat gezeigt, dass die Familie Kunstwerke neben ihrer memorialen und repräsentativen Funktion auch gezielt als Medien der politischen Stellungnahme einsetzte. Ziel der Arbeit ist es, die von den Brüdern in Auftrag gegebenen Werke zu identifizieren, ggf. zu rekonstruieren und zu analysieren. All dies soll unter besonderer Beachtung der familiären und sozialen, historischen und politischen Prämissen erfolgen, unter denen diese Aufträge entstanden sind. Neben Ferrara muss dabei besonders Rom, der wichtigste Aufenthaltsort vor allem Bartolomeos und Lorenzos, berücksichtigt werden. Unterschiede und Parallelen zwischen der Repräsentation in Rom und Ferrara sollen herausgearbeitet werden. Ziel dieses auf Quellenstudium und werkimmanente Interpretation gestützten Projektes ist es, einen Beitrag zur Erforschung geistlicher Eliten in der italienischen Frührenaissance und ihrer Selbstinszenierung im päpstlichen Rom und in ihrer Heimatregion zu leisten. Kontakt über Dr. Iris Lauterbach |
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