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PRESSEMITTEILUNG
Industriearchitektur in Sachsen
Photographien von Hans-Christian Schink
Eine Ausstellung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München,
Meiserstraße 10
14. Oktober – 22. Dezember 1999
Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr
Feiertags geschlossen
Eröffnung am 13. Oktober 1999, 19 Uh
Begleitend zur Ausstellung wird eine Vortragsreihe über Industriearchitektur in Europa stattfinden. Bildbände des Photographen im
Verkauf.
Pressephotos schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu

Projektbeschreibung
Industriearchitektur in Sachsen
Fabrikbauten, Büro- und Geschäftshäuser zählen zu den
bedeutendsten Zeugnissen des Industriezeitalters. Als Bauaufgabe lange
verkannt, orientierte sich ihre formale Ausbildung am Zeitgeschmack der
"Hocharchitektur", deren Stilmerkmale in vereinfachten Formen,
meist auf die äußeren Schauseiten beschränkt, übernommen wurden.
Nicht wenige dieser vermeintlich reinen Zweckbauten haben daher höchst
repräsentativen Charakter und werden zu Recht als "Fabrikschlösser"
bezeichnet. Dennoch folgt der Industriebau, damals kaum weniger als
heute, vorwiegend pragmatischen Vorgaben, die von Produktionsprozessen
und Arbeitsabläufen festgelegt werden. Innovative Konstruktionen, die
auf die neuen Materialien Eisen, Glas, Beton und Stahl zurückgriffen,
fanden hier früh Eingang und wurden, auch aus Gründen der
Kostenersparnis, oft unverhüllt gezeigt, während sie sich in den
zeitgleichen Wohn- und Repräsentationsbauten noch schamhaft hinter Stuck
und vorgeblendeten Versatzstücken der Stilarchitektur verbargen. Dem
Industriebau wurde von den Stammvätern der Moderne zu Beginn des 20.
Jahrhunderts daher eine Schlüsselrolle zuerkannt: Rationale,
funktionsbestimmte Gestaltungsprinzipien einer neuen, den Historismus
endgültig überwindenden Baukultur sind hier im Ansatz vorweggenommen.
Innerhalb Deutschlands zählte Sachsen mit den Schwerpunkten um
Chemnitz, Leipzig und Dresden zu den frühen Industrieregionen. In den
Randbezirken der vom Bombenkrieg ungleich stärker betroffenen Innenstädte
belegen noch heute zahlreiche architekturhistorisch bedeutende Zeugnisse
der Industriearchitektur diese Entwicklung. Als Produktionsstätten haben
sie fünf Jahrzehnte sozialistischer Planwirtschaft zwar äußerlich
stark vernachlässigt, doch in der Substanz weitgehend unbeschadet überstanden.
Nach dem Zusammenbruch der DDR ist die Mehrzahl dieser Betriebe
Modernisierungen zum Opfer gefallen. Vor dem entgültigen Verfall, dem
angeblich unvermeidlichen Abriß oder einschneidenden baulichen Veränderungen
gewinnt der Kampf um den Erhalt der Bauten als Architekturdenkmal
entscheidende Priorität.
Diesen in ihrem Bestand gefährdeten Bauten widmet das Zentralinstitut
für Kunstgeschichte eine Ausstellung. Sie greift zurück auf eine von
Tilo Richter initiierte und mit Hilfe des Photographen Hans-Christian
Schink verwirklichte Ausstellungsreihe des Deutschen Werkbundes Sachsen
zur Industriearchitektur in Chemnitz, Dresden und Leipzig. Eine repräsentative
Auswahl großformatiger Photographien Hans Christian Schinks gibt einen
Überblick über ein Jahrhundert sächsischer Architektur- und
Industriegeschichte.
Ansprechpartnerin
Carola Merseburger
Telefon 089 / 289-27556
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