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Pressemitteilung zur Ausstellung:
Im Brennpunkt der Moderne - Mies van der Rohes Haus Tugendhat in Brünn
(1928-1930)
Eine Ausstellung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, Meiserstraße 10
2. Oktober - 29. November 1998 (verlängert bis zum 30. 12.
1998)
Täglich 10 bis 18 Uhr,
Dienstag und Donnerstag bis 20 Uhr
Zur Eröffnung der Ausstellung "Im
Brennpunkt der Moderne: Mies van der Rohes Haus Tugendhat in Brünn
(1928-1930)" am 1. Oktober 1998, um 18 Uhr laden wir herzlich ein.
Pressekonferenz mit Vorbesichtigung: 1.
Oktober 1998, um 11 Uhr.
Zur Ausstellung erscheinen ein
umfangreicher Katalog sowie ein broschierter Architekturführer:
Daniela Hammer-Tugendhat, Wolf
Tegethoff (Hrsg): Ludwig Mies van der Rohe. Das Haus Tugendhat.
Wien: Springer 1998 (etwa 220 S.),
ISBN 3-211-83096-0, gebunden DM 78,--, als Katalog in der
Ausstellung broschiert DM 49,--; (die englische Ausgabe erscheint im
Herbst 1998)
Wolf Tegethoff: Im Brennpunkt der
Moderne: Mies van der Rohe und das Haus Tugendhat in Brünn. München:
HypoVereinsbank 1998.
ISBN: 3-930184-16-8, DM 12,-- (63 S.)
Pressephotos erhalten Sie bei der
Pressekonferenz oder schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu (Papier oder
CD-ROM).
Die Ausstellung wird anschließend in
London (28.1.-11.3.99, Royal Institute of British Architects), Berlin
(Sept./Okt. 1999 Bauhaus Archiv) und Chicago gezeigt werden.
Projektbeschreibung
Das Haus Tugendhat in Brünn von Ludwig
Mies van der Rohe zählt zu den Schlüsselwerken der Architektur des 20.
Jahrhunderts. Erbaut zwischen 1928 und 1930 für das jüdische
Textilunternehmerehepaar Grete und Fritz Tugendhat, wurde es zum Auslöser
einer vehement geführten Diskussion um die Zielsetzungen der Moderne.
Trotz einiger schwerwiegender Eingriffe hat das Haus die Zeitläufte im
Kern weitgehend unbeschadet überstanden. Dagegen wurden sämtliche noch
im Haus befindlichen Möbel während der deutschen Okkupationszeit veräußert
und galten seitdem bis auf wenige Exemplare, die sich heute im Mährischen
Museum in Brünn befinden, als verloren.
Die Quellenlage darf dagegen als außergewöhnlich
gut bezeichnet werden: Im Nachlaß Mies van der Rohes im New Yorker
Museum of Modern Art haben sich um die 450 Originalzeichnungen erhalten,
einschließlich der Entwürfe zu fast sämtlichen Einrichtungsgegenständen
des Hauses. Anfang vergangenen Jahres kamen in Brünn weitere 300
Konstruktionspläne zum Vorschein, wobei es sich wohl um die Unterlagen
der ausführenden Baufirma handeln dürfte (heute im Besitz des Städtischen
Museums).
Die Kunstbibliothek Berlin konnte in
den 70er Jahren ein Skizzenbuch von Sergius Ruegenberg erwerben, der
seinerzeit als Bauzeichner bei Mies van der Rohe beschäftigt war. Es
enthält unter anderem über 40 zumeist perspektivische Darstellungen zum
Brünner Projekt. Erhalten sind ferner die Originalabzüge von den zu
Publikationszwecken angefertigten Aufnahmen des Brünner Ateliers de
Sandalo, die das Haus unmittelbar nach der Fertigstellung im Dezember
1930 zeigen. In reizvollem Kontrast dazu stehen die von Fritz Tugendhat
selbst angefertigten Photographien aus den mittleren und späteren 30er
Jahren. Sie geben nicht nur Einblick in das tägliche Leben der Bewohner,
sondern belegen auch - mit den berankten Außenmauern und
Terrassenaufbauten - die enge Symbiose von Architektur und Natur, wie sie
von Mies in Zusammenarbeit mit der Gartenarchitektin Grete Roder
angestrebt worden war.
Die überraschendste Entdeckung bestand
jedoch darin, daß wichtige Teile der ursprünglichen Einrichtung über
die Zeit der Emigration hinweg gerettet werden konnten und sich nach wie
vor im Besitz der Familie befinden. Hierbei handelt es sich durchweg um
Unikate, die, im Gegensatz zu den ebenfalls für Brünn entworfenen
Stahlstühlen und -sesseln, niemals in Serienproduktion gegangen sind.
Diese Originalmöbel, die hier erstmals
öffentlich zu sehen sein werden, bilden den Kern der Ausstellung. Sie
werden ergänzt durch den Prototyp des Barcelona Sessels von 1929, dessen
Wiederentdeckung angesichts seiner Bedeutung für das Möbeldesign des
20. Jahrhunderts als eine kleine Sensation bezeichnet werden darf.
Gezeigt werden ferner einzelne Originalzeichnungen sowie
Digitalreproduktionen nach alten Photos und neuere Farbaufnahmen des
heutigen Zustands. Ein detailgenaues Modell im Maßstab 1:50 dient zur
Verdeutlichung der räumlichen Gesamtdisposition.
Weitere Informationen: Carola
Merseburger
Tel.: 089 / 289 27 556
Photos
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