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| Ankunft der zuvor nach
Incisa ausgelagerten Bronzetüren des
Florentiner Baptisteriums im Innenhof des
Palazzo Pitti, Mai 1944, Photothek des
Zentralinstituts für Kunstgeschichte |
Wandanschlag "Kunstdenkmal", ca. 1944,
Photothek des Zentralinstituts für
Kunstgeschichte |
Genua, Santissima
Annunziata del Vastato, mit Propagandaplakat "Opera dei 'Liberatori'", nach 13. August 1944,
Photothek des Zentralinstituts für
Kunstgeschichte |
Nach der Landung der Alliierten auf Sizilien im Juli 1943 und der
Amtsenthebung Mussolinis besetzten deutsche Truppen Italien und
installierten einen Generalbevollmächtigten des Deutschen Reiches sowie das
Regime der Repubblica Sociale Italiana. Wie schon zuvor im besetzten
Frankreich wurde gemäß der Haager Landkriegsordnung, einer internationalen
Konvention von 1899 bzw. 1907, im Rahmen der deutschen Militärverwaltung im
Herbst 1943 auch in Italien eine Abteilung für „Kunst-, Archiv- und
Bibliotheksschutz“ eingerichtet.
Die Tagung beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, speziellen Bedingungen
und der Durchführung des „Kunstschutzes“ in Italien. In den Dienststellen
Rom und Florenz, später Mailand und zuletzt Fasano del Garda, arbeiteten
namhafte deutsche Kunsthistoriker hauptamtlich oder ehrenamtlich für die
„Abteilung Kunstschutz“, darunter Hans Gerhard Evers, Werner Haftmann,
Ludwig Heinrich Heydenreich, Leo Bruhns, Otto Lehmann-Brockhaus, Leopold
Reidemeister und Herbert Siebenhüner. Zu ihrem Tätigkeitsfeld gehörte vor
allem die Erfassung schützenswerter Bauwerke, die Beratung der italienischen
Behörden bei Sicherungsmaßnahmen teilzerstörter Bauten, die Errichtung von
Schutzbauten sowie die Organisation der Auslagerung beweglicher
Kunstgegenstände in Depots. In diesem Zusammenhang wurden auch Verbote für
die Belegung von Gebäuden durch eigene Truppen ausgesprochen.
Im Verlauf des Jahres 1944 rückte die fotografische Dokumentation der durch
alliierte Luftangriffe verursachten Schäden an Kulturdenkmälern in den
Vordergrund der Aktivitäten. Diese Wendung zur Kulturpropaganda
veranschaulicht ein in der Photothek des ZI erhaltenes Konvolut von rund
1500 Fotografien, das als das vom „Kunstschutz“ angelegte „Fotoarchiv
zerstörter Kunstwerke“ identifiziert werden konnte. Eine Ausstellung mit
exemplarischen Aufnahmen wird am 6. Mai eröffnet.
Die Fachtagung will die internationalen Forschungen zum „Kunstschutz“ in
Italien bündeln, über aktuelle Arbeitsvorhaben informieren und Desiderate
benennen. Sie fragt dabei auch nach den Grenzen kunsthistorischer und
denkmalpflegerischer Tätigkeit im Krieg und nach dem Verhältnis von
Kunstgeschichte und (Kultur-)Propaganda aus Sicht der Deutschen, Italiener,
Briten und Amerikaner.
Faltblatt zum Download
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Programm
Donnerstag, 6. Mai 2010
14.15 Uhr
Begrüßung
Grußworte:
-
Generalkonsul Adriano Chiodi Cianfarani, Consolato Generale d'Italia a
Monaco di Baviera
-
Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien
-
Ministerialdirigent Toni Schmid, Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst
14.45 Uhr
Ruggero Ranieri, Uguccione Ranieri di Sorbello Foundation, Perugia
The Allies and the Protection of Cultural Heritage in Italy during the
Second World War
Kaffeepause
16.00 Uhr
Christian Fuhrmeister, ZI
Der Deutsche Militärische Kunstschutz in Italien – Forschungsstand, Fragen,
Desiderate
16.45 Uhr
Elena Franchi, Laboratorio di Arti Visive – Scuola Normale Superiore di Pisa
Trust and suspicion: the difficult relationship between the Repubblica
Sociale Italiana and the Kunstschutz. Some controversial events
17.30 Uhr
Kommentar: Carlo Gentile, Universität Köln
Pause
18.15 Uhr
Abendvortrag
Lutz Klinkhammer, Deutsches Historisches Institut, Rom
Raub oder Schutz? Der italienische Kunstbesitz und die Aktivitäten deutscher
Dienststellen im besetzten Italien 1943-1945
19.30 Uhr
Stephan Klingen, ZI
Eröffnung der Ausstellung im Lichthof Nord
Dokumentation und Propaganda im Fotoarchiv des Deutschen Militärischen
Kunstschutzes in Italien 1943-1945
Anschließend Umtrunk
Freitag, 7. Mai 2010
9.15 Uhr
Kai Kappel, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Wege zum Kunstschutz? Die Bildsprache der deutschen
Ruinenfotografie
10.00 Uhr
Ralf Peters, ZI
Die Jagd nach dem Foto – Das Bildarchiv des Deutschen
Militärischen Kunstschutzes in Italien
Kaffeepause
11.15 Uhr
Regine Schallert, Bibliotheca Hertziana
(Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte), Rom
Sonderführer Hans Werner Schmidt
12.00 Uhr
Carlotta Coccoli, Università di Brescia
The Italian Monuments and War: Preventative protection,
first aid and repairs. The role of the Monuments, Fine Arts and Archives
Subcommission in Italy
during the Second World War
12.45 Uhr
Kommentar: Rolf Sachsse, Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken
13.00 Uhr
Mittagspause
14.15 Uhr
Alessandra Ciangherotti, British School, Rom
The J.B. Ward-Perkins photographic collection: the War Damage Series. An
overview
15.00 Uhr
Costanza Caraffa, Alessandro Nova, Gerhard Wolf, Kunsthistorisches Institut
in Florenz – Max-Planck-Institut
Der „Kunstschutz“ und das Kunsthistorische
Institut in Florenz
Kaffeepause
16.15 Uhr
Michael Wedekind, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Nationalsozialistische Kulturpolitik in den Operationszonen „Alpenvorland“
und „Adriatisches Küstenland“ 1943 – 1945
17.00 Uhr
Nigel Pollard, Swansea University
War damage to monuments and works of art
of the Greco-Roman period in Italy
17.15 Uhr
Kommentar: Christina Kott, Institut d'histoire du temps présent, Paris
Pause
18.15 Uhr
Abendvortrag
Lucia Allais, Princeton University
“How to miss cultural sites” – The American Protection of European Monuments
from Aerial Bombing during World War II: the Case of Italy

Samstag, 8. Mai 2010
10.00 Uhr
Cecilia Ghibaudi, Pinacoteca di Brera, Milano
1943-1945: La Pinacoteca di Brera a Milano e la seconda guerra mondiale
Kaffeepause
11.15 Uhr
Martin Moll, Karl-Franzens-Universität Graz
Bildpropaganda der Wehrmacht
12.00 Uhr
Kommentar: Thomas Hensel, Universität Siegen
12.15 Uhr
Abschlussdiskussion:
Elena Franchi, Laboratorio di Arti Visive
– SNS Pisa
Rainer Volk, Bayerischer Rundfunk
Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung
Kerstin von Lingen, Universität Heidelberg
Lutz Klinkhammer, Deutsches Historisches Institut, Rom
13.15 Uhr
Ende der Tagung
Information und Anmeldung
Auf die regulären Vorträge (maximal 30
Minuten) folgt eine Diskussion (maximal 15 Minuten); für die Kommentare sind
10-15 Minuten vorgesehen. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und
Italienisch (Vortrag Cecilia Ghibaudi); es gibt keine Übersetzungen.
Die
Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen bitten
wir jedoch um Anmeldung unter der E-Mail-Adresse:
kunstschutz@zikg.eu
The conference takes place in the lecture
hall (room 242); both English and German are used (presentation by Cecilia
Ghibaudi in Italian); there are no translations.
Attendance is free of
charge, but we kindly request a registration by e-mail to
kunstschutz@zikg.eu
Veranstaltungsort
Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Katharina-von-Bora-Straße 10 (vormals
Meiserstraße 10)
80333 München
Vortragssaal (Raum 242) im 2.OG
>> Anfahrt und Lageplan

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